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Isola Comacina, die einzige Insel im Comer See: Anreise und was Sie erwartet

Die Isola Comacina vom Ufer der Tremezzina aus: ein weißes Boot im klaren Flachwasser, die grüne Insel mitten im See und dahinter die Berge
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Der Comer See hat genau eine Insel, wenige Minuten mit dem Boot von der Tremezzina entfernt. Sie heißt Isola Comacina, ist unbewohnt, und seit Jahrhunderten hat dort niemand mehr etwas Dauerhaftes gebaut. Das ist kein Zufall: Die Geschichte beginnt mit einem mittelalterlichen Krieg und endet mit einem bischöflichen Fluch, der bis heute zitiert wird.

Diese Seite ist kein Fahrplan. Es ist das, was man vor dem Besuch wissen sollte, aufgebaut auf Fakten, die sich belegen ließen, ohne Fahrzeiten oder Preise zu erfinden, die sich jede Saison ändern.

So kommen Sie hin

Die Insel erreicht man nur mit dem Boot, von den Anlegestellen in Ossuccio und Sala Comacina, beide an der Staatsstraße SS340 Regina, von Mezzegra aus in Richtung Como. Für die Überfahrt gibt es zwei Möglichkeiten: das Linienschiff von Navigazione Laghi oder ein privates Wassertaxi, das man vorab bucht und das schneller ist.

Fahrzeiten, Taktung und Preise der Überfahrt ändern sich je nach Saison und stehen deshalb nicht hier: Sie werden am Vortag auf den offiziellen Seiten von Navigazione Laghi und des Wassertaxi-Anbieters geprüft, nicht auf dieser Seite.

Ohne Auto erreicht man Ossuccio oder Sala Comacina mit demselben Bus, der das Westufer des Sees entlangfährt: Er hält in beiden Orten.

Eine Geschichte von Krieg und Fluch

Im Mittelalter war die Insel eine befestigte Bastion, die auf einem sonst gespaltenen See zu Mailand hielt. Als Mailand seinen Krieg gegen Kaiser Friedrich Barbarossa verlor, rächte sich Como: 1169 fielen dessen mit dem Kaiser verbündete Truppen auf der Insel ein und zerstörten sie, damit sie nie wieder zur Bedrohung werden konnte. Der lokalen Überlieferung nach wurden neun Kirchen dem Erdboden gleichgemacht.

Im Jahr darauf sprach der Bischof von Como, Vidulfo, einen Fluch aus, der jeden Wiederaufbau verbot: Keine Glocke sollte je wieder läuten, kein Stein je wieder auf einen anderen gesetzt werden. Seither ist die Insel unbewohnt geblieben: Was man heute sieht, sind die Ruinen jener Zerstörung, kein erst kürzlich verlassenes Dorf.

Das gibt es noch zu sehen

Der archäologische Park bewahrt die Überreste mehrerer mittelalterlicher Kirchen und Basiliken, darunter die Basilika Sant'Eufemia mit ihrer Krypta. Die im Barock wiederaufgebaute Kirche San Giovanni ist das einzige Gebäude, das bis heute vollständig erhalten ist.

  • Basilika Sant'Eufemia mit Krypta
  • Kirche San Giovanni, das einzige vollständig erhaltene Gebäude
  • Reste weiterer mittelalterlicher Kirchen und Kapellen über die Insel verstreut

Unter den mittelalterlichen Ruinen kommen ältere Spuren zum Vorschein: Mauern und eine Kolonnade aus römischer Zeit, Mosaike und die Reste eines frühchristlichen Baptisteriums. Die Insel war schon lange vor dem Krieg von 1169 besiedelt, mit mehreren übereinanderliegenden Siedlungsschichten.

Jedes Jahr Ende Juni, zum Fest San Giovanni, steht die Insel mit einer Feuerwerks-Nachstellung des Brandes von 1169 wieder im Mittelpunkt. Das genaue Datum wechselt von Jahr zu Jahr und wird von der Gemeinde Tremezzina bekanntgegeben, nicht auf dieser Seite.

Die ehrlichen Grenzen, vor der Abfahrt

Auf der Insel gibt es derzeit weder eine geöffnete Bar noch ein Restaurant noch funktionierende Toiletten: Wer den archäologischen Park besucht, sollte eigenes Wasser mitbringen und festes Schuhwerk tragen, denn der Boden zwischen den Ruinen ist uneben. Für den Eintritt in den Park ist ein Ticket nötig, erhältlich im Antiquarium oder an einem Automaten auf der Insel.

Es ist kein Ausflug für ein Mittagessen am See: Dafür bleiben die Dörfer der Tremezzina, vor oder nach der Überfahrt.

Eine Ergänzung zum Aufenthalt, nicht dessen Zentrum

Die Isola Comacina besichtigt man an einem halben Tag, nicht während des ganzen Aufenthalts: Sie lässt sich gut mit einem Ausflug nach Ossuccio oder Sala Comacina verbinden, oder mit dem Aufstieg zum Sacro Monte, der auf sie herabblickt, zwischen Votivkapellen, die genau der Insel zugewandt sind. Das Auto bleibt dabei auf dem Parkplatz der Residence stehen, es sind nur wenige Kilometer Staatsstraße bis dorthin.

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