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Greenway am Comer See: was sich ändert, wenn man am Weg wohnt

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Fast alle Reiseführer beschreiben den Greenway am Comer See gleich: Auto in Colonno abstellen, elf Kilometer bis Cadenabbia di Griante laufen, mit Schiff oder Bus zurück. Das funktioniert, setzt aber voraus, dass man von auswärts kommt und den ganzen Tag um die Rückfahrt herum plant.
Wer direkt am Weg übernachtet, erlebt ihn anders, und genau das steht sonst nirgends. Die Strecke verläuft zweiundzwanzig Meter von unseren Wohnungen entfernt. Das ist nicht bildlich gemeint: Sie treten aus dem Tor, überqueren die Straße und stehen darauf.
Was sich ändert, wenn man in der Mitte startet
Von der Mitte aus zu starten heißt: zwei Richtungen statt einer, und keine davon zwingt zu einer Rückfahrtplanung. Man geht, so weit man mag, kehrt um oder steigt zur Uferstrasse ab, und der Tag bleibt bis zuletzt offen.
Praktisch werden aus den elf Kilometern zwei halbe Tage, was ohnehin das passende Tempo fur einen solchen Weg ist. Nach Süden geht es hinunter nach Lenno, dreizehn Minuten zu Fuß, weiter über Ossuccio, Sala Comacina und Colonno. Nach Norden steigt der Weg leicht an bis Tremezzo, sechsunddreißig Minuten zu Fuß, danach Griante und Cadenabbia.
Nicht flach, aber auch kein Aufstieg
Der Weg bewegt sich zwischen 190 und 281 Metern Höhe. Bescheidene Zahlen, aber bescheiden heißt nicht eben: Es ist ein ständiges Auf und Ab zwischen den Dörfern, über Kopfsteinpflaster, Saumpfade und einzelne Asphaltstücke, mit den Höhenmetern über die ganze Strecke verteilt statt in einem Anstieg gebündelt.
Ein Hinweis, den wir immer persönlich geben und der auch hierher gehört: Der Abstieg von der Via Pola nach Lenno ist steil. Er ist gut zu bewältigen, sollte aber vorher bekannt sein, besonders mit Kinderwagen oder empfindlichen Knien. Mehr dazu in unserem Beitrag darüber, wie man sich hier ohne Auto bewegt.
Der Vorteil, den man erst am zweiten Tag merkt
Der eigentliche Unterschied ist nicht die Bequemlichkeit am ersten Morgen, sondern dass der Weg bleibt. Eine einmalige Durchquerung wird abgehakt; den Pfad unter dem Haus zu haben bedeutet, früh loszugehen, wenn das Licht flach steht und niemand unterwegs ist, zum Mittagessen zurückzukommen und dieselbe Passage drei Tage später bei anderem Wetter noch einmal zu gehen.
Es ist dieselbe Überlegung wie bei der Frage, wie viele Tage man hier braucht: Vieles an diesem Ufer wird nicht besichtigt, sondern wiederholt. Der Greenway ist das deutlichste Beispiel.
Wann man ihn geht
Der Weg ist ganzjährig offen und hat keine Saisonschließungen, ändert aber völlig seinen Charakter. Im Frühling fuhrt er durch Oliventerrassen und blühende Gärten, im Herbst färbt sich der Wald und das Licht wird lang, im Hochsommer lohnt sich ein früher Start, damit die Mittagsstunden dem Wasser gehören.
Nach Regen werden Pflaster und Steinpassagen rutschig. Auf der unteren Route ist das kein Sicherheitsproblem, glatte Sohlen merken es trotzdem. Wer echte Höhe sucht, findet sie auf den Wegen oberhalb von Mezzegra, mit ernsthaften Höhenmetern.
Kurz gefasst
- Insgesamt elf Kilometer, von Colonno nach Cadenabbia di Griante
- Der Weg verläuft zweiundzwanzig Meter von den Wohnungen entfernt
- Nach Süden: Lenno dreizehn Minuten zu Fuß, dann Ossuccio, Sala Comacina, Colonno
- Nach Norden: Tremezzo sechsunddreißig Minuten zu Fuß, dann Griante und Cadenabbia
- Zwischen 190 und 281 Metern, verteilte Höhenmeter, gepflasterter Untergrund
- Der Abstieg von der Via Pola nach Lenno ist der steilste Abschnitt
Wer noch überlegt, wo er sich einquartiert: direkt am Weg zu liegen ist eines der Argumente, die wir auf der Seite warum dieses Ufer ausfuhren.








