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Wo man am Comer See parkt: die ZTL-Zonen, die Autofahrer überraschen

Der kleine Hafen von Varenna am Comer See, mit bunten Häusern, Booten und Blumen im Vordergrund

Wer länger am Comer See unterwegs ist, stößt irgendwann auf ein rundes Schild mit rotem Rand: Zona a Traffico Limitato, kurz ZTL, die italienische Zone mit eingeschränktem Verkehr. In den meistfotografierten historischen Zentren am See ist das keine Ausnahme, sondern die Regel, und anders als beim Falschparken braucht es dafür niemanden, der einen sieht: Eine Kamera an der Einfahrt reicht.

Das eigentliche Problem ist nicht die Einfahrt selbst, die Gassen sind eng und die Orte lassen sich ohnehin besser zu Fuß erkunden, sondern es nicht zu merken. Und ist das Auto ein Mietwagen, kommt die Überraschung erst Monate später, wenn der Urlaub längst Erinnerung ist und die beim Verleiher hinterlegte Karte plötzlich belastet wird.

Wo die echten ZTL-Zonen liegen, auf dieser Seeseite

Drei Zentren auf der Seite des Sees, die für einen Aufenthalt rund um die Tremezzina relevant sind, haben eine aktive, kameraüberwachte ZTL-Zone:

  • Como, im historischen Zentrum innerhalb der Stadtmauer sowie rund um Piazza Volta, Piazza Roma und Piazza Verdi: ganzjährig aktive ZTL, Einfahrten von der Ortspolizei per Kamera kontrolliert.
  • Bellagio, im Kern des Ortes: Zone mit geregeltem Zugang, deren Bußgelder über ein eigenes Online-Portal der Gemeinde abgewickelt werden.
  • Varenna, rund um die Piazza San Giorgio und in den Gassen des Zentrums: ZTL mit elektronischen Schranken, Genehmigungen werden für Anwohner und Gewerbetreibende regelmäßig erneuert.

In keinem der drei Orte erhält ein durchreisender Besucher eine gültige Genehmigung. Wer nur besichtigen will, lässt den Wagen auf einem Parkplatz außerhalb des historischen Zentrums stehen und geht zu Fuß weiter, was ohnehin die schönere Art ist, diese Orte zu erleben. Diese Zonen wurden für die Bewohner eingerichtet, nicht um Besucher fernzuhalten: Die Orte am See sind aus Häfen und Märkten entstanden, mit Gassen, die ein Auto fast vollständig ausfüllt, und genau deshalb bleibt das Zentrum auch außerhalb der Hauptsaison den Fußgängern vorbehalten.

Warum das Bußgeld beim Mietwagen erst Monate später kommt

Der Ablauf ist im italienischen Straßenverkehrsgesetz genau geregelt und daran ist nichts ungewöhnlich, was erklärt, warum in so vielen Online-Bewertungen von überraschend eintreffenden Bußgeldern die Rede ist. Der Bußgeldbescheid für eine ZTL-Kamera geht zuerst an die Mietwagenfirma als Fahrzeughalterin, wie es Artikel 201 der Codice della Strada vorsieht.

Die Mietwagenfirma hat anschließend bis zu sechzig Tage Zeit, der Behörde die Fahrerdaten zu melden; erst ab dieser Meldung, nicht ab dem Tag des Verstoßes, beginnen die neunzig Tage, die der Ortspolizei für die Zustellung an den Fahrer selbst zur Verfügung stehen. Rechnet man die Schritte zusammen, kann zwischen der Einfahrt in die ZTL und dem Bescheid ohne Weiteres mehr Zeit vergehen, als der Urlaub gedauert hat.

Noch vor dem offiziellen Bescheid kommt in der Regel eine formlose Mitteilung der Mietwagenfirma, die eine Bearbeitungsgebühr auf der bei der Anmietung hinterlegten Karte ankündigt: Das ist eine private Angelegenheit mit dem Vermieter, nicht der Bescheid der Gemeinde, der erst später folgt und gegen den ein Einspruch, falls nötig, überhaupt erst Sinn ergibt.

Wie man es vermeidet

Etwas Aufmerksamkeit vor der Einfahrt in ein historisches Zentrum genügt:

  • Auf das Schild an der Straßeneinfahrt achten: roter Kreis mit der Aufschrift ZTL, oft mit den Gültigkeitszeiten darunter.
  • Im Zweifel nicht hineinfahren: Man parkt kurz davor, auf den üblichen blau oder weiß markierten Flächen, und geht die letzten Meter zu Fuß, fast immer nur wenige Minuten.
  • Beim Mietwagen bleibt der Fahrer für den Verstoß verantwortlich: Es lohnt sich, die ZTL des Zielorts vorab auf der Website der Gemeinde zu prüfen, nicht erst vor Ort, wo sich die Beschilderung schlechter lesen lässt.

Auf der Anfahrt hierher stellt sich die Frage nicht

Mezzegra hat auf der Straße zu den Appartements keine Zone mit eingeschränktem Verkehr. Man kommt an, parkt kostenlos auf dem videoüberwachten Stellplatz auf dem Grundstück, und von da an kann der Wagen für den ganzen Aufenthalt stehen bleiben. In diesem Artikel geht es um Ausflüge nach Como, Bellagio oder Varenna, nicht um die Anfahrt hierher: zwei verschiedene Dinge, die man vor der Abreise besser nicht verwechselt. Wie man dieselben Ziele erreicht, ohne das Auto je wieder rauszuholen, steht in unserem Artikel über den Comer See ohne Auto.

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